Hilfe für Hannah

Hannah heute


Seit sieben Jahren liegt Hannah die meiste Zeit im Bett. Sie kann sich nicht alleine versorgen. Nur mühsam und mit starken Schmerzen kann sie kurze Strecken gehen. Unternehmungen, die für andere junge Menschen selbstverständlich zur Freizeit gehören, wie etwa ein Kinobesuch, ein Einkaufsbummel oder ein Ausflug, sind für sie seit mehr als 10 Jahren unmöglich. Geige kann sie seit 16 Jahren nicht mehr spielen. Selbst das Lesen eines Buches ist für sie zu anstrengend. Manchmal schaffen wir es, miteinander zu telefonieren. Die Pausen zwischen ihren Sätzen werden immer länger. Es ist anstrengend für sie, zu sprechen.

Von ihren früheren Freunden ist ihr niemand geblieben.

Zusätzlich leidet Hannah an einer erblichen Augenkrankheit, bei der sich das Sehvermögen über Jahre hinweg verschlechtert und die zur Blindheit führt. Diese Krankheit ist nicht heilbar. Hannah weiß also, dass sie in einigen Jahren erblindet sein wird. Wie wird für Hannah die Zukunft aussehen? Ist es ihr Schicksal, den Rest ihres Lebens blind und bettlägrig zu verbringen, jede Minute Schmerzen ertragen zu müssen, nicht aufstehen zu können, vom Leben außerhalb ihres Zimmers ausgeschlossen zu sein? Wie soll sie, von ihrer schweren Krankheit ans Bett gefesselt, neue Freunde finden, Menschen, die sie begleiten und zu ihr stehen?


                                                                        


Trotz ihres großen Leidens hat sie sich eine Heiterkeit bewahrt, die einem das Herz erfreuen kann. Als wir uns noch regelmäßig in der Klinik trafen, schaffte sie es mit ihrem Lachen immer wieder, Licht und Freude in meinen Tag zu bringen. Ihre Hoffnung ist unerschütterlich. Obwohl niemand von ihrer Familie an einen Therapieerfolg glaubt, hat sie noch immer nicht die Hoffnung aufgegeben und spricht davon, was sie alles machen möchte, wenn es ihr besser geht. Ich habe in meinem Leben keinen Menschen gesehen, der solch eine seelische Stärke hat wie Hannah. Nicht nur ihre schlimme Krankheit erträgt sie seit Jahren, sondern auch die Diskriminierungen durch Gesundheitsbehörden und durch Ärzte, die CFIDS leugnen. Durch ihre Kraft hat sie mir geholfen – oder es mir erst ermöglicht – meine eigene Krankheit zu bestehen.